Fragen

Hier gibt es Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Superblock.

Der Autoverkehr soll ausgesperrt werden?

Keineswegs. Nur der motorisierte Durchgangsverkehr wird verhindert, denn dafür sind unsere schmalen Wohnstraßen nicht geeignet. Jedes Haus kann auch künftig mit dem Auto erreicht werden.

Kommen Feuerwehr und Rettungswagen noch durch?

Vor der Einrichtung des Superblocks wird die Stadt Frankfurt das Konzept mit der Branddirektion, den Einsatz- und Rettungsdiensten sowie der Müllabfuhr abstimmen.

Was ist mit Menschen, die gesundheitlich auf ihr Auto angewiesen sind?

Es ist nach wie vor möglich, zur Wohnung vorzufahren. Superblocks dienen der Verbesserung der Aufenthaltsqualität und nicht der Verdrängung des Autos.
Vor allem für gesundheitlich eingeschränkte Menschen bieten sie einen eindeutigen Mehrwert. Es wird einfacher und sicherer, sich im verkehrsberuhigten unmittelbaren Umfeld der Wohnung zu bewegen. Auch Barrierefreiheit ist dafür eine Voraussetzung. Im Superblock wird die Anzahl der Behindertenparkplätze erhöht werden.

Werden die Mieten steigen?

Unser Viertel wurde im gesetzlichen Mietenspiegel als Gute Wohnlage eingestuft: „Lage eines Wohnbaugrundstücks in einem reinen Wohngebiet, ohne Lärmbelästigung“. Eine Höherstufung, die zu erhöhten Mieten führen würde, ist nicht möglich, denn eine Sehr gute Wohnlage setzt eine Umgebungsbebauung voraus, die „einen luxuriösen oder noblen Lebensstil der Bewohner dieser Gegend erkennen lässt“. Eine Mieterhöhung mit der Begründung, die Wohnlage habe sich verbessert, ist deshalb nicht zulässig.

Kann mein Geschäft noch beliefert werden?

Ein Superblock wird stets so gestaltet, dass Waren weiterhin problemlos an alle Läden und Betriebe geliefert werden können. Unter Umständen erfolgt die Lieferung wie heute schon nicht direkt vor die Tür, sondern „um die Ecke“. Es wird jedoch dafür gesorgt, dass jedes Gewerbe beliefert werden kann. Für die meisten Anlieferungen werden An- und Abfahrt sowie Be- und Entladen sogar einfacher, weil Lieferparkplätze eingerichtet werden.

Werden viele Parkplätze wegfallen?

Wir haben im Superblock rund 2400 Parkplätze im öffentlichen Raum gezählt, die derzeit kostenlos nutzbar sind. Sobald Gehwege in der Leipziger Straße verbreitert werden, müssen etwa 50 Kurzzeitparkplätze in die Einmündungen der Querstraßen verlegt werden. Im ganzen Viertel sind Lieferparkplätze erforderlich. Diese können von Bewohnerinnen und Bewohnern von 17 Uhr bis 9 Uhr am nächsten Morgen benutzt werden. Pflegedienste, Handwerksbetriebe und andere Dienstleister können nach wie vor Ausnahmegenehmigungen erhalten.
Insgesamt wird nur eine kleine Anzahl Autoparkplätze vollständig entfernt, um den Fußverkehr zu verbessern, Bereiche für den Aufenthalt zu schaffen und Bäume zu pflanzen. 

Was soll das bringen, solange falsches Parken nicht verfolgt wird?

Tatsächlich wird viel zu selten kontrolliert. Fußgängerinnen und Fußgänger werden durch Falschparken gefährdet und der fließende Verkehr behindert. Da die Stadt nicht bereit ist, angemessene Gehälter zu zahlen, ist die Anzahl der Stadtpolizei sogar zurückgegangen. Die Verkehrswende gelingt nicht, solange Frankfurter Behörden Falschparken dulden. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf, nicht nur in unserem Stadtteil.


Was ist ein Diagonalfilter?

Um Autoverkehr umzulenken, werden in einer Kreuzung Diagonalfilter mit abnehmbaren oder versenkbaren Pfosten errichtet. Sie lassen Fuß- und Fahrradverkehr durch. Notfall- und Rettungsfahrzeuge können die Kreuzung weiterhin in alle Richtungen nutzen.

Bringen Umfahrungen nicht längere Strecken und damit stärkere Umweltbelastungen?

Tatsächlich können sich einige Fahrwege leicht verlängern. Die mit dem Auto gefahrenen Kilometer verringern sich jedoch insgesamt, da die Nutzung des Autos durch die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs im Viertel zurückgeht, wie die Erfahrungen in bestehenden Superblocks belegen.

Wird der Verkehr auf die umgebenden Hauptstraßen verlagert?

Die statistischen Auswertungen bestehender Superblocks zeigen, dass die Nutzung des Autos durch die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs im Viertel zurückgeht. Wegen der Verhinderung des Durchgangsverkehrs steigt die Belastung der Hauptstraßen in manchen Abschnitten allerdings um wenige Prozent. Wichtig ist, dass diese Straßen von vorneherein in die Planung miteinbezogen werden.

Werde ich im Superblock von Fahrradfahrenden bedrängt, die auf dem Gehweg fahren?

Fahrradfahrende gehören nicht auf den Gehweg. Der Gehweg ist ein geschützter Raum, der dem Fußverkehr vorbehalten ist. Wir wollen, dass die Fahrrad- und Fußinfrastruktur so verbessert wird, dass die jeweiligen Bereiche besser getrennt werden, damit sich alle sicherer fortbewegen können.



Quellen: Deutsches Institut für Urbanistik, Stadt Stuttgart, Stadt Leipzig, Umweltbundesamt, Verkehrsclub Deutschland e.V., Changing Cities e.V., ADAC, Radentscheid Offenbach u.a.